Wie lange kannst du ohne Atemzug sein„? Ja da sind wir alle froh wenn der nächste Atemzug weiter geht. Der Atem ist das Element auf das wir am kürzesten verzichten können. Auf Nahrung und Wasser schon ein wenig länger. Das heißt die Atmung ist sehr dicht an der Lebendigkeit und deshalb äußerst existentiell. In den letzten beiden Jahren habe ich bei mir selbst beobachtet, dass die Atmung sich sehr „flach“ anfühlt. Deshalb habe ich seit 2022 ein Pranayama-Programm ins Leben gerufen. Jedoch ist die Atmung jeden Moment bei uns und es lohnt sich zu schauen was wir im täglichen Alltag tun können um sie  wieder zu mehr Tiefe und Intensität einzuladen. Hier findest du 5 erste Impulse.

Stabilität über Füße, Körpermitte und Wirbelsäule

 

 

 

Wann hast du zuletzt bewusst deine Füsse gespürt„? Wann hast du zuletzt deinen Kopf gespürt? Meist sind wir mit der Aufmerksamkeit viel mehr dort in unserer Verstandestätigkeit. Die Füße sind jedoch die erste Instanz für Stabilität. Und sie sind ganz nahe an der Erde-und an der Erdung. Da wir hier auf diesem Planeten leben und nicht auf dem Mond spielen Erdanziehungskraft und Schwerkraft eine große Rolle. Und sie geben uns eine grandiose Möglichkeit stabil zu sein.

Warum ist das so wichtig?  wenn die Stabilität nicht von unten aufgebaut ist übernimmt der Brustbereich und der Schulterbereich. Dieser hat aber andere Aufgaben. Es ist wie in einem Team. Wenn die spezialisierte Person plötzlich den ganzen Tag Aufgaben übernimmt für die sie nicht qualifiziert ist und ihre Aufgabe, weil sie denn liegenbleibt jemand übernimmt dessen Fähigkeiten in anderen Bereichen liegen. Du siehst : Chaos pur.

Auch deine physische Mitte ist für Stabilität zuständig! Hier ist das Team: Rückenmuskeln, Bauchmuskeln und Beckenboden im Auftrag. Sie arbeiten Hand in Hand für dich um dich aus dem mittleren Körperbereich heraus zu stabilisieren. Denn du weißt ja, sonst wird das von anderer Stelle übernommen.

Deine Wirbelsäule heißt nicht umsonst „Säule“. Sie ist auch eine! Sie ermöglicht dir, daß du nicht „zusammenfällst“. Sie ist bei dir weil sie das für dich sein will: eine Säule. Wir dürfen uns wieder an ihren Job erinnern und ihr vertrauen.

 

 

 

1. Impuls: „Füße spüren und atmen“

Ganz praktisch bedeutet das, die Füße „in den Boden zu schieben“. Es kann ein Gefühl entstehen größer zu werden. Der Rumpf gewinnt sofort an Länge. Dein Team aus der Körpermitte ist aktiviert und du vertraust deiner Säule.

Übe das immer wenn du grade irgendwo stehen musst oder warten musst. Oder halte in einer Tätigkeit kurz inne mit „Füße spüren und atmen“

 

Das Zwerchfell

Dein Zwerchfell ist ein Atemmuskel und gleichzeitig möchte es auch „schwingen“. ( Nach oben und unten) Stress, Angst und Sorgen erzeugen Anspannung, entweder in der Zwerchfellumgebung oder auch im Zwerchfellbereich. Diese Spannungen können deine Atemkapazität erheblich beeinflussen. Die Bewegungsmöglichkeiten des Zwerchfells haben auch Einfluss auf andere Organe mit denen es verbunden ist.

So sind Aufrichtung und entspannende Bewegung sehr unterstützend für dein Zwerchfell und damit für die Tiefe und die Intensität deiner Atmung.

2. Impuls:  das Zwerchfell braucht                             Platz

 

 

Erlebe jetzt bewusst die Auswirkungen des obigen ersten Impulses. Richte dich auf und dein Rumpf gewinnt an Länge. Mache immer wieder Bewegungen die dich lang machen und deine Atmung kann sich willkommen fühlen.

Die Ausatmung

Wenn Spannungszustände unsere Atemkapazität beeinflussen und damit auch die Sauerstoffaufnahme, dann wird es Zeit, daß wir tools finden mit denen wir leicht und vor allem im täglichen Sein den zu großen Tonus abbauen können. Wir haben nicht immer Zeit die Yogamatte auszurollen und mehrere Übungsabläufe zu machen. Die bewußte  Ausatmung  zwischendurch ist hier ein wertvoller Schlüssel bis du dann irgendwann wieder auf deine Yogamatte kommst. Um tief einatmen zu können und um die Atemkapazität anzuregen brauchen wir erst mal die wirkungsvolle Ausatmung. Ein Symptom von zu hohem Stressniveau kann das erschwerte oder sehr flache Ausatmen sein.

Wie ist deine Ausatmung jetzt in diesem Moment? Wenn du ausgeatmet hast gibt es einen natürlichen Moment bevor deine Einatmung wieder startet. In dieser Atemleere haben wir all das abgegeben was möglich ist und vertrauen auf die nächste Einatmung. Dies ist ein ganz besonderer Moment den wir nutzen wollen. In diesem einen Moment bist du nicht im „Machen“ sondern im SEIN. Wichtig: forciere das nicht, sondern bleibe vollkommen im bequemen Modus. Bleibe sogar lieber unterhalb deiner Grenze.

Mit einem Ausatemgeräusch kannst du diesen Prozess super unterstützen. Z.Bsp ein Seufzen, Gähnen oder ein offener Ton wie z.Bsp das AAAAA 

3. Impuls: die Ausatmung

Immer wieder mitten im Tag kannst du in dieser Weise bewusst ausatmen. Du kannst dich während du ausatmest vom Sitzen oder Stehen aus ein wenig nach vorne beugen. Ein offener Ton wie das AAAAA, Gähnen oder Seufzen  kann dich dabei unterstützen.

Oder auch ganz „unbemerkt“ ein entspanntes genussvolles Ausatmen. Und tauche ein in den Moment der Atemleere- und wie gesagt- händle das super bequem für dich, das ist wichtig.

autonomer Atem und willentlicher Atem

Du atmest die ganze Zeit und musst dich nicht drum kümmern. Der Atem fließt autonom ein und aus. Egal wie du dich grade fühlst und egal was du grade machst, deine Atmung gewährleistet das immer. Ist das nicht großartig? Es ist sogar WOW! Deine Atmung ist wie deine Freundin oder dein Freund.

Zu jederzeit, wann immer du das grade beschließst kannst du dein Atemgeschehen mit deiner Aufmerksamkeit begleiten. Ich nenne es ganz schlicht: „mit dem Atem mitgehen“. Als würde deine Atmung eine liebevolle Hand ausstrecken und sagen: „komm wir gehen ein wenig zusammen“. Wir nutzen hier das Gefühl einer liebevollen Einladung. 

Und damit den Effekt von reduziertem Spannungstonus. Wir brauchen tools die uns auf tiefer Ebene in den Seins- Modus bringen. Alles was Druck erzeugt wirkt engend. Die Atmung ist nicht einfach nur so zu flach geworden. Diese Sympomatik ist eine Antwort auf eine Zeitspanne von suptilem Stress auf vielen Ebenen.  Eine Art von „Hab acht“ Gefühl. Das Gefühl einer liebevollen Einladung gibt eine ganz andere Grundfrequenz.  Die Arbeit mit dieser Grundfrequenz lädt gleichwohl eine Form von Vertrauen ein. Diese Arbeit mit dieser Grundfrequenz ist alles andere als ein rosarotes Blümchentool. Es ist auf einer tiefen Ebene überaus kraftvoll und mutig.  

 

4. Impuls:  mit dem Atem mitgehen

 

 

Du kannst das einen Atemzug lang machen oder mehrere Minuten. Je nach dem wie das für dich stimmt. Jeder einzelne Atemzug, den du mit deiner Atmung mitgehst ist wertvoll. Verbinde dich mit dem Gefühl  einer liebevoll ausgestreckten Hand und einer liebevollen Einladung und tauche in diese Grundfrequenz ein.

5. lebendiges Wasser

Moderate Ernährungsgewohnheiten unterstützen die Atmung. Übermäßiges Essen kann die Bewegung des Zwerchfells einschränken.

Auch das Element Wasser unterstützt das harmonische Fließen des Atems. Bei einer Dehydrierung ist es schwieriger langsam und entspannt zu atmen. Der Atem kann die Tendenz zu noch flacherer Schnelligkeit entwickeln.

Versorge dich ausreichend mit gutem, reinem und klarem Wasser.  Wir können uns vorstellen, dass so wie das Wasser leicht im Körper zirkuliert auch der Atem leichtfüßig und frei fließen kann und uns mit LebensEnergie versorgt. 

 5. Impuls: lebendiges Wasser

 

 

Versorge dich mit ausreichender Menge reines, klares Wasser ohne Zusätze. Und genieße die Vorstellung von Reinheit, freies Zirkulieren und beste Versorgung in deinem Körper.

Vollständige und entspannte Atmung lädt uns ein mit allen Sinnen das Leben zu lieben, auch mitten im Unperfekten.

                                                                                            Denn Leben ist mehr.